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Ich
kann mich nicht mehr genau erinnern, wann mein Interesse an Fetisch
und Latex genau begann. Jedenfalls haben mich Gummihandschuhe
bereits als Kind magisch angezogen. Zuhause bei meinen Eltern lagen
immer mehrere Paare herum. Das hatte nichts mit Fetisch zu tun, es
waren einfach Handschuhe wie man sie im Haushalt oder bei der
Gartenarbeit benuzt. Immer wieder habe ich mit diesen gespielt, sie
ausprobiert und hatte irgendwie Spass daran. Gestört hat mich
allerdings, dass die Handschuhe für meine kleinen Kinderhände
mehrere Nummern zu gross waren. Wie schön wäre es doch gewesen, ein
paar passende Gummihandschuhe zu haben.
Eines
Tages änderte sich dies zu meiner grossen Freude. Meine Mutter hatte
sich feine Gummihandschuhe gekauft. Die gibt es auch heute noch in
100er Schachteln. Keine medizinischen Handschuhe, sondern feine,
kurze, transparente Handschuhe, die Schutz bei diversen Hausarbeiten
bieten. Jedenfalls hatte ich rasch ein Paar dieser Handschuhe zu
meinen Gunsten abgezweigt und spürte ein wohliges Gefühl beim Tragen.
Dünnes Latex (ohne gerippte Oberfläche wie bei den
Haushaltshandschuhen) ist einfach ein angenehmeres Gefühl. Ich
konnte mir damals nicht erklären, warum mich das anzog, aber ich
genoss es einfach hin und wieder. Als ich etwas älter war, habe ich
auch freiwillig bei der Gartenarbeit mitgeholfen, natürlich nur wenn
meine zarten Händchen auch wohl geschüzt waren!
Was
mich als Kind auch noch faszinierte, waren Taucher. Wir wohnten nicht
am Meer, aber in den kleinen Seen der Umgebung gab es immer wieder
Taucher, die geübt haben. Interessanterweise hatte ich etwas Angst,
als die düsteren Gestalten aus dem kalten Wasser stiegen, ganz in
Neoprenanzüge verpackt, mit Handschuhen, Masken und Atemgeräten.
Gleichzeitig hat mich das immer wieder angezogen, insbesondere wenn
es die Möglichkeit gab mit den Leuten zu diskutieren und ihnen über
die Schulter zu schauen. Kinder sind ja neugierig und wissbegierig
und ich habe mir das immer genau erklären und zeigen lassen.
Soweit
meine Erinnerungen an meine Kindheit. Das hatte damals nicht
wirklich etwas mit Sexualität zu tun. Dafür war ich einfach noch zu
jung. Das hat mich einfach eine zeitlang häufig beschäftigt.
Zunächst hat sich dieser Anziehungspunkt allerdings nicht
weiterentwickelt. Als älterer Teenager kam dann irgendwann das
Interesse für das andere Geschlecht. Wir durften am Samstagabend
immer eine kleine Hausdisko machen, und mir wurde ganz warm um die
Ohren, wenn „Hotel California“ von den Eagles gespielt wurde
und wir Jungs bei den Girls auf Tuchfühlung gehen durften. Als das
Ganze ernster wurde, hatte ich genug zu tun um meine sexuellen
Triebe zu verstehen und diese in die richtige Richtung zu lenken.
Für mehrere Jahre ist mein Interesse an Gummihandschuhen völlig
verschwunden. Gummi gab es nur noch in Form von Präservativen.
Interessanterweise haben mir die anderen Jungs immer erzählt, wie
mühsam es doch sei, das „blöde Ding“ gerade im schönsten Moment
überzuziehen. Ich empfand das überhaupt nicht als störend. Und wenn
dann auch noch eine geübte Frauenhand behilflich war, empfand ich
das sogar als echt angenehm.
Als
Teenager und als junger Erwachsener achtete ich wenig auf die
Kleidung. In unserer Clique war es einfach normal, dass alle in
Jeans, legeren Shirts und weissen Turnschuhen rumliefen. Heute ist
die Jugend ja wesentlich differenzierter angezogen und bereits recht
früh entwickeln sich Tendenzen. Das es noch etwas anderes als den
Späthippielook gibt, merkte ich erst Anfang der 80er Jahre.
Irgendwann tauchte Madonna in der Musikszene auf, und alle
waren total begeistert (die Eltern waren eher entsetzt) von den
ausgeflippten, figurbetonten sexy Klamotten. Es war auch die Zeit,
als Hardrock eine Renaissance erlebte und plötzlich alle Bands sich
in Leder oder Spandex zeigten. Irgendwie hat mich dieser shiny look
total angemacht. Was zunächst nur als Bühnenoutfit für Künstler
gedacht war, tauchte dann auch vermehrt in Boutiquen auf. Ich habe
mir irgendwann die erste Lederhose gekauft, und fand das glänzende,
glatte, weiche Material sehr angenehm. Dieses Gefühl hatte aber
immer noch nichts mit Fetisch zu tun, es war vor allem ein optischer
Reiz. Eine nähere sexuelle Bedeutung bekam dies erst, als ich Mitte
der 80er Jahre eine Freundin hatte, die Leder ganz toll fand. Sie
besass mehrere Teile davon: Hose, langer Rock und insbesondere ein
korsettartiges Top. Das gefiel mir aussergewöhnlich gut, einfach
scharf. Mein Interesse an Leder verflog danach allerdings wieder.
Ich hatte mittlerweile einen seriösen Job und häufig Kundenkontakte.
Anzug und Kravatte lösten die legere Alltagskleidung nach und nach
ab. Und am Wochenende war wieder eine Rückbesinnung auf die gute
alte Jeans angesagt.

Mein
Interesse an Fetisch oder Latex war also jahrelang latent vorhanden,
irgendwie diffus in meinem Inneren versteckt. Ausgebrochen ist die
Neigung jedoch lange nicht. Dies kam erst Ende der 80er Jahre,
plötzlich, unerwartet aber dafür heftig. Eines Tages sass ich mit
einer Freundin in einem Strassenkaffee. Wir unterhielten uns über
Gott und die Welt. Auf der anderen Strassenseite war ein Sexshop.
Wir schielten immer wieder rüber und amüsierten uns köstlich über
die Leute, die dort etwas verstohlen hineingingen. Was die wohl dort
alles kauften? Nach einiger Zeit beschlossen wir, auch in den Laden zu
gehen und unsere Neugierde zu stillen. Gekauft habe ich nichts,
soweit ich mich erinnern kann. Aber der Laden hatte ein kleines
Sortiment an einfachen getauchten Latexsachen. Die sind mir sofort ins Auge
gesprungen. Es war zwar nicht das erste Mal, dass ich in einen
Sexshop ging, jedoch das erste Mal, dass ich solche Bekleidung
„live“ gesehen und berührt habe. Gekauft habe ich nichts, der
Gedanke daran hat mich jedoch tagelang nicht losgelassen. Ein paar Tage
später bin ich dann nochmal alleine in den Laden gegangen und habe
mir Strümpfe, Handschuhe, Shirt und Maske gekauft. Ich war rot bis
hinter die Ohren, als der Rentner an der Kasse unter der dicken
Brille hervorlugte und fragte: „Na junger Mann, haben Sie gefunden,
was Sie gesucht haben?“ Als ich endlich aus dem Laden raus war,
dauerte es noch eine halbe Ewigkeit bis ich endlich zu Hause war und
die Latexsachen anziehen konnte. Ich wohnte damals nicht zusammen
mit meiner Freundin und hatte somit sturmfreie Bude um die Sachen
auszuprobieren. Und was soll ich sagen? Als ich die Teile
überstreifte, war es wie eine Offenbarung. Einfach tierisch geil! Ja
und auch heute noch, viele Jahre später, macht mich Latex immer noch
an.
Gepostet am 19.09.2005 |