Kommentar
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Bitter
Moon wird häufig als Erotikthriller angepriesen. Und in der Tat
liegt der Thrill immer in der Luft. Sehr geschickt liefert uns
Polanski immer nur kleine Puzzleteile, die sich erst nach und nach
zu einer chronologischen Geschichte aufbauen.
Erotik ist auch stark angesagt, exzellent dargeboten von Emanuelle
Seigner. Sie ist nicht nur hübsch und verführerisch sexy, sondern
schlüpft überzeugend in die Rollen der naiven Kellnerin, der Lolita,
der experimentierfreudigen Sexpartnerin und letztendlich der
rachesüchtigen Ehefrau. Der Film führt den Zuschauer durch die ganze
Bandbreite der erotischen Verführung, mit zahlreichen sinnlichen
Szenen. Man sieht Emmanuelle Seigner auch als dominante Lady in
schwarzem Lack und für ein paar Sekunden sogar im rotem Latexkleid.
Der Film hat aber
insgesamt nur einen kleinen SM- und Fetischtouch.
Peter Coyotte spielt seine Rolle ebenfalls sehr gut. Als
erfolgloser,
Whisky-getränkter Schriftsteller lernt er eine wesentlich jüngere
Frau kennen und geht mit ihr durch alle Höhen und Tiefen. Viele
Zuschauer sind jedoch von Bitter Moon enttäuscht.
Trotz heisser Sexspiele ist das Ganze im Grunde nämlich ein
tiefgründiges Psychodrama und kein einfacher Animierstreifen.
Bitter Moon ist insgesamt eine Reise zwischen Traum und Alptraum,
mit subtilen Wechseln zwischen Liebe, Ekstase, Hörigkeit, Glück,
Gleichgültigkeit, Überdruss und unsäglichen Hass- und Rachegefühlen.
Keine leichte
Kost, sondern
ein Wechselbad der
Gefühle.
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