|
Kommentar
________________________________________________
Regisseur David Lynch ist bekannt für seine
eigenwilligen und skurilen Filme. Neben erfolgreichen Streifen wie "Eraserhead"
und "Elephantman" oder weniger gloreichen Filmen wie "Dune" (der
Wüstenplanet), gilt "Blue Velvet" als ein kleines Meisterwerk der
80er Jahre.
Die Besonderheit an diesem Thriller liegt darin, dass
Jeffrey zunächst ein braver und ahnungsloser Junge ist, der in einer
kleinen anständingen Stadt lebt und sich in die gleichaltrige und
ebenso harmlose Sandy verliebt. Sehr bald gerät Jeffrey jedoch in
eine andere Welt, an den Abgrund der Gesellschaft. Sängerin Dorothy
ist das Bindeglied zwischen den zwei Welten.
Der Film dauert etwa zwei Stunden und bleibt bis zum
Ende spannend. Die Hauptdarsteller sind brilliant, insbesondere
Dennis Hopper als gedopter kranker Fiesling. Isabella Rossellini
glänzt auch in ihrer Rolle, haucht lasziv den Hit "Blue Velvet" (im
Original ein Song von Bobby Winton aus den 50er Jahren) ins Mikrofon.
Für den Zuschauer ist lange Zeit unklar, ob sie Opfer eines brutalen
Liebhabers ist und aus dieser Beziehung fliehen möchte, oder ob sie
doch eine masochistische Ader hat und die Schläge geniesst.
Dieser Film hat mit Fetisch nichts zu tun und auch
nicht mit BDSM im Sinne von "safe and consensual". Er ist ziemlich brutal
und kein Film zur heiteren Luststeigerung, sondern ein Thriller. "Blue
Velvet" erfreut sich dennoch grosser Beliebtheit im Kreise der
Fetischinteressierten. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die
psychologische Spannung und das Spiel mit Dominanz und Devotheit
einen gewissen Reiz auf den Zuschauer ausüben. Kein geruhsamer Film.
Eher ein Schocker. Gleichzeitig abstossend und anziehend.
|