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Die flambierte Frau

 

Regie:  Robert Van Ackeren (Deutschland 1983)  

Darsteller:  Gudrun Landgrebe, Mathieu Carrière

Genre:  Drama
 

 

Synopsis  ___________________________________________________________

Eva (Gudrun Landgrebe) lebt in einer sorgenfreien Beziehung und arbeitet nebenbei lustlos an ihrem Studium. Sie ist auf dem besten Wege ein bürgerliches Leben einzuschlagen. Eines Tages beschliesst sie aus allem auszubrechen und unabhängig zu werden. In einem Club verkauft sie sich als "Modell". Sie tut dies aber nicht aus einer Notlage heraus, sondern weil sie es so will.

Eva trifft den charmanten Chris (Matthieu Carrière) und verliebt sich in ihn. Erst später zeigt sich, dass auch er sich als Callboy verkauft. Aber nicht als clichéhafter Strichjunge, sondern als Gigolo mit galanten Manieren und pedantischer Genauigkeit.

Eva und Chris sind bald ein Herz und eine Seele und bauen ihre "Karrieren" professionell auf. Sie ziehen zusammen und richten sich Arbeitszimmer ein, damit beide ihre jeweiligen Kunden bedienen können. Zunächst ist Eva noch die klassische Liebesdienerin, die sich auf die Wünsche der Kunden einlässt. Sie merkt jedoch bald, dass sie eine dominante Ader hat und selbst mehr Gefallen daran hat, die unnahbare Domina zu verkörpern, als einfach mit ihren Freiern ins Bett zu gehen.

Das perfekt eingespielte Familienbusiness kommt jedoch in Schieflage, als Eifersucht von Innen und Aussen ins Spiel kommt. Chris ist neugierig, was seine Freundin so alles mit den Kunden anstellt und ihm vorenthällt. Auf der anderen Seite ist Eva verunsichert, weil Chris nicht nur Frauen empfängt, sondern offensichtlich auch Spass an homosexuellen Beziehungen hat. Eines Tages beschliesst Chris aus der Sache auszusteigen und ein Restaurant zu eröffnen. Er will genau in das bürgerliche Leben zurückkehren, welches Eva hinter sich lassen wollte.


Kommentar  _________________________________________________________

Im Grunde ist Die Flambierte Frau ein Liebesfilm, die Geschichte eines Paares, zweier Menschen mit einem eigenwilligen Beruf. Der Film war in der 80er Jahren ein grosser Erfolg und wurde 1983 sogar für einen Oscar nominiert.

Die Story bewegt sich im Milieu der Prostitution. Steigt aber niemals herab auf das kalte und gnadenlose Geschäft des Strassenstrichs. Chris hat als Dressman eine gewisse Klasse und bemüht sich eine angenehme Zeit für seine Klientel zu inszenieren. Gudrun Landgrebe ist ebenfalls perfekt als Domina: gleichzeitig freundlich, charmant, mit Niveau und dennoch mit einer starken, dominanten Persönlichkeit. Die Geschichte ist utopisch seltsam und zugleich realistisch. Alles erträumt und von weit hergeholt, aber so aufbereitet, dass es wahr sein könnte.

Die Flambierte Frauist nicht als Sexfilm anzusehen. Die entsprechenden Szenen haben immer eine noble Zurückhaltung. Es gibt keine Anhäufung von Fetischoutfits und die Szenen der Dominanz sind sparsam eingesetzt. Fetischinteressierte werden dennoch ihre Freude an den Lederoutfits der hübschen Eva finden.

Ein sehr schöner Film, der erotische Fantasien weckt, romantisch und dennoch streng ist. Er gibt auch Denkanstösse zu Themen wie Moral, Bürgertum und Lebensideale.
 

NOTE

EROTIK

FETISH

BDSM