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Kommentar
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Der
europäische Titel „Long dark kiss“ ist etwas irreführend: der Film
ist nämlich weder besonders Schwarz, noch wird darin viel geküsst.
Der US-Titel „bound by lies“ verspricht ebenfalls mehr als er hält.
Von Bondage ist kaum etwas zu sehen und die vermeindlichen Lügen
entpuppen sich als recht harmlose Notlügen.
Der
Film wird als Erotikthriller angepriesen, ist aber letztendlich sehr
harmlos. Abgesehen von einer Bettszene zwischen Laura und Max, ist
von Erotik wenig zu sehen. Und der Thrill ist auch spärlich, da der
Täter bereits nach kurzer Zeit feststeht. Aus SM-Sicht gibt es zwei
interessante Szenen. Zum einen als Max die Fotografin Laura an einen
Pfahl bindet und sich selbst als Fotograf versucht. Zum anderen die
Badezimmerszene: Laura überredet Max sich in der Wanne fesseln zu
lassen und dreht dann das Wasser auf um einen „realistischen“
Angstzustand zu erzeugen.
Der
Rest des Films ist quasi ein Routinekrimi, bei weitem nicht so
explosiv wie man hätte erwarten können. Ach ja, ein paar Clichés
dienen auch als Lückenfüller: der kunstaffine schwule Nachbar zum
Beispiel, der arrogante Kunstkritiker oder die Gilde der
Häppchenschmarotzer, die sich auf Vernissagen herumtreiben.
Insgesamt ist „Long dark kiss“ ein unterhaltsamer Film, aber nicht
mehr. Und für alle die auf gutaussehende Blondinen stehen, bietet K.
Swanson durchaus etwas fürs Auge. Aber wenn Sie das Korsett etwas
öfter getragen hätte und die Seile etwas intensiver und raffinierter
um ihre Rundungen geschwungen worden wären, dann hätte der
Fetischfan noch viel mehr Freude gehabt.
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